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Infografiken

Vom Hype zur funktionierenden Strategie für Image, SEO und Verkaufsförderung.

Das Wort "Infografik" setzt sich zusammen aus "Information" und "Grafik" und steht für nichts anderes als visualisierte Daten. Sprich: Infos verpackt in Bildern. Das macht sie zum idealen Medium, um komplexe Sachverhalte anschaulich zu erklären. Infografiken sind also perfekt für erklärungsbedürftige Produkte, faktenstarke Themen und zahlenlastige Information. Erfahren Sie im Folgenden, was erfolgreiche Infografiken ausmacht, und wie Sie selbst eine Infografik effizient planen und ansprechend erstellen können.

Zweck und Charakteristika von guten Infografiken

Ordentlich konzipierte Infografiken können auf verschiedenste Weisen eingesetzt werden:

  • Verkaufsförderung: Potenzielle Kunden können durch stichhaltige Fakten von einem Produkt oder einer Dienstleistung überzeugt werden. Dies funktioniert unter anderem bei komplexen Produkten des Finanzmarktes, bei der Energieindustrie, und bei neuen Markteinführungen.
  • Informationsverbreitung: Gemeinnützige Organisationen, lokale Gruppen und Vereine können mit Infografiken auf bestimmte Sachverhalte hinweisen und das Bewusstsein in der Bevölkerung steigern.
  • Imagesteigerung: Durch eine zielgruppengerechte Aufbereitung kann sich als Experte zu einem (Nischen-) Thema positioniert werden. Denn Bilder bleiben besser im Kopf als reiner Text.
  • Bekanntheitssteigerung: Hilfreiche Infografiken werden geteilt. Sie werden gerne in Medien eingebettet oder als Quelle verlinkt, sodass weitere Nutzer sie sehen können. Neben Social Media (Instagram, Facebook, Twitter und viele weitere) kann eine Platzierung durchaus auch in der (Online-) Presse, privaten Websites oder auf institutionellen Präsenzen geschehen, wenn der Inhalt überzeugt.
  • Suchmaschinen-Optimierung: Zudem lässt sich auch Google von guten Infografiken überzeugen und zeigt hilfreiche Informationen bei passenden Suchanfragen an.

Während Infografiken all dies können, ist es allerdings wichtig, im Hinterkopf ein Ziel zu fokussieren. Denn mit klarem Ziel ist das Ergebnis stärker am Konsumenten orientiert und wird besser aufgenommen. Zudem ist die Zielsetzung für die spätere Verbreitung von enormer Bedeutung: Eine Infografik zur Verkaufsförderung muss lediglich auf eigenen Kanälen („Owned Media“) an passender Stelle platziert werden. Anders sieht es aus beim Ziel der Bekanntheitssteigerung, denn hier ist es notwendig, aktiv die Verbreitung anzuregen.

Beispiele für erfolgreiche Infografiken

Infografiken funktionieren in allen Branchen und zu nahezu allen Themen. Es existieren erfolgreiche Grafiken zu schulischen Themen wie der Geschichte des Internets oder der Bodennutzung in Deutschland. Reine Consumer-Themen wie Infos zu Reise-Städten (egal, ob Berlin oder ferne Länder) oder informative Fakten zu Alltags-Dienstleistungen wie Lieferdiensten klingen zwar lapidar, funktionieren aber ebenso. Aber auch Recherche-intensive Themen von der Welpen-Eingewöhnung über die Einrichtung von Wordpress bis hin zum kompletten Immobilienkauf decken die Palette ab.

Nachfolgend ein paar Beispiele, bei denen wir anhand der Backlinks wissen, dass sie gut bei den Lesern ankamen:

TopGutscheinCode (Gutscheinlotse): Infografik zum Valentinstag

Diese Infografik beschäftigt sich mit einem saisonalem Thema, dem Valentinstag. Entsprechend ist die optische Gestaltung sehr auf die Farbe Rosa orientiert. 

Eine Überschneidung mit dem eigenen Angebot ergibt sich dadurch, dass im späteren Verlauf auf die beliebtesten Geschenke eingegangen wird. Unter diesen befinden sich einige, die auch Gutschein-Nutzung zulassen.

Quelle: www.topgutscheincode.de/blog/valentinstag-die-infografik/

Statista: Infografik zur Steuerhinterziehung in Deutschland

Diese Grafik kombiniert viel Text mit aussagekräftigen Zahlen. Um die Zahlen hervorzuheben, wurden sie größer formatiert und farblich abgesetzt. Genannt wird die Grafik unter anderem in Magazinen für Unternehmer.

Quelle: https://de.statista.com/infografik/1061/steuerpruefung-und-steuerhinterziehung-in-deutschland/ 

SevDesk: Infografik zu Umsatzsteuer

Auch diese Grafik hat einen eher Zahlen-orientierten Ansatz. Noch dazu ist das Thema Umsatzsteuer komplex - erst recht, wenn der internationale Aspekt hinzukommt. Diese Infografik half unter anderem jungen Startups, weswegen sie geteilt wurde.

Quelle: sevdesk.de/blog/umsatzsteuer-weltweit/

parkett-direkt: Infografik zu den Eigenschaften von Bäumen

Einen verkaufsfördernden Ansatz wählte dieser Parkett-Händler: Um vom Produkt und seinen Eigenschaften zu überzeugen, wurde der Umweg über den Rohstoff Holz und seine Vorteile gewählt. Diese Grafik wurde unter anderem von offiziellen Behörden geteilt.

Quelle: http://magazin.parkett-direkt.net/fakten-ueber-baeume/ 

Springlane: Infografik zu Weinkombinationen zum Essen

Dieser Anbieter für Küchenprodukte hat zahlreiche Content Marketing Inhalte, die sich rund um das Thema Essen und Trinken bewegen. Eines der Themen: Welcher Wein zu welchem Essen?

Quelle: https://www.springlane.de/magazin/infografik-wein-essen/ 

WebMagazin: Das Internet als Ozean

Diese Infografik verzichtet weitgehend auf Zahlen, und setzt stattdessen auf textbasierte Info. Um den Leser nicht zu erschlagen, wurde dazu eine wunderschöne und detaillierte Meereswelt mit in die Infografik integriert. 

Quelle: webmagazin.de/web/Wenn-das-Internet-ein-Ozean-w%C3%A4re-Infografik

Betten.de: Infografik zu Schlaf

Fakten rund ums Schlafen liegen für den Anbieter von Betten sehr nahe. Diese Grafik enthält viele liebevolle Details und unterscheidet sich damit von der "Standard-Infografik".

Quelle: magazin.betten.de/schlafen/schlaf/fakten-ueber-den-schlaf.html

Das soweit zu den Kampagnen, die in der Vergangenheit für andere Unternehmen erfolgreich verliefen. Mit diesen ersten Vorlagen im Kopf gehen wir nun auf die Erstellung und helfende Tools ein.

Eigene Infografiken erstellen: Schritt für Schritt

Um eines vorweg zu nehmen: Die häufigsten Fehler, die den Erfolg einer Infografik verhindern, sind unrealistische Zeitpläne und zu optimistische Aufwandseinschätzungen. Die nachfolgenden Werte sind grobe Einschätzungen, welche Zeit für ein funktionierendes Infografik-Konzept und die Umsetzung notwendig sind:

  • Ideenfindung mit erster Recherche (sofern noch nicht vorhanden): 8 h
  • Datensammlung: 10 h
  • Datensortierung und Konzeption: 6 h
  • Umsetzung mit (/ohne) Vorlage: 12 (/20) h
  • Umsetzung und Korrektur: 4 h
  • Platzierung und Verbreitung: Abhängig von Zielsetzung

Die Umsetzung ist deswegen so aufwändig, weil funktionierende Infografiken eine solide Datengrundlage, ein ansprechendes Design und einen gewissen Informationsgehalt benötigen. In diesem exemplarischen Fall veranschlagt die Erstellung deiner Infografik inklusive Abstimmung und Korrektur mindestens 20 Stunden. Zeit lässt sich sparen, indem Vorarbeiten wie die Datensammlung schon in anderem Kontext geschehen sind. Verzichtet werden sollte auf eine Vereinfachung oder Verkürzung der Infografik, um Budget zu sparen; denn das führt nur dazu, dass das Endresultat weniger überzeugt, dem Leser also „dünn“ und nicht teilenswert erscheint. In Folgenden gehen wir auf die einzelnen Schritte ein.

Schritt 1: Ideenfindung & Verifizierung

In der Regel ist es nicht so, dass man komplett mit einem leeren Blatt vor sich anfängt. Erste Ideen sind meist schon in den Köpfen, wenn das Thema „Infografik“ das erste Mal aufkommt. Allerdings muss hier die Spreu vom Weizen getrennt werden: Viele Ideen klingen nämlich im ersten Augenblick super, werden bei der Ausgestaltung dann zur eierlegenden Wollmilchsau, und kommen schlussendlich nicht gut bei dem Nutzer an, sondern als platte Werbung. Neben dem bloßen Brainstorming ist es also wichtig, auch zu prüfen, ob die Idee überhaupt Potenzial hat.

Ein paar Ideen für die Findung von guten Themen:

  • Was muss bei dem Produkt oder der Dienstleistung immer wieder erklärt werden?
  • Hat das Produkt eine Eigenschaft, die die Produkte des Wettbewerbs nicht haben? Wie äußert sich dies? Kann dies bildhaft dargestellt werden?
  • Gibt es rund um das Produkt kritische Themen, von denen auf positive Weise Distanz erzeugt werden soll? Hier kann die Verwendung ökologischer Materialien, der Verzicht auf ethisch kritische Praktiken (häufig Produktionsorte und -Bedingungen), oder das Ausweichen auf risikoärmere Stoffe zum Beispiel ein Aufhänger sein.
  • Wurden intern oder extern schon Daten zu einem Thema erhoben, die nicht jeder hat und die die breite Masse interessieren? Das kann alles sein von Marktanteilen, Toplisten der beliebtesten Artikel nach Interessengruppe hin zu Forecasts für die Zukunft der Branche sein.
  • Ist der Bevölkerung eventuell gar nicht klar, dass es für einen gewissen Sachverhalt sehr viele Einflüsse gibt? Würde eine Ausarbeitung helfen, das Unternehmen als Experten wahrzunehmen?
  • Gibt es Fragen im Zusammenhang mit dem Produkt oder der Dienstleistung, die immer wieder aufkommen? Eventuell sind solche Fragen sogar schon dokumentiert, zum Beispiel im Service, bei der Produktberatung oder durch eine Keyword-Analyse für SEO.
  • Gibt es Daten, die heruntergebrochen auf bestimmte demografische Merkmale (Alter, Wohnort, Einkommen, …) interessante Einsichten bieten?

Wichtig ist es, diese Ideen hinsichtlich des Interesses der Zielgruppe und potentieller Informationsdichte zu prüfen. Das kann auf verschiedene Weisen geschehen: Unbeteiligte Kollegen können Feedback geben, oder Themenfremde (Familie, Freunde) gefragt werden. Ist das Ziel eine Reichweiten-Steigerung, helfen Recherchetools aus dem SEO- oder PPC-Bereich, um das Interesse an dem Thema zu prüfen.

Schritt 2: Datensammlung

Steht das Thema fest, werden Daten benötigt, insofern diese nicht schon Grund der Idee waren. Diese Daten müssen objektiv, verlässlich und aktuell sein.

Bei Statistiken können Statistikportale wie z.B. de.statista.com, www.destatis.de helfen, oder auch Statistiken von anderen öffentlichen Institutionen wie IHKs oder Stadtportale herangezogen werden. Auch Hersteller oder Verbände können je nach Thema auf eine Kooperation eingehen und Daten liefern.

Daneben eignet sich auch eine klassische Recherche über geeignete Printerzeugnisse und Webseiten.  Ein häufiger Fehler, den wir hierbei feststellen, ist allerdings eine fehlende Wertung der Verlässlichkeit: So werden Daten ungeprüft übernommen, die sich im Nachhinein als unwahr oder schöngerechnet herausstellen. Falls noch nicht vorhanden, sollte also mit dem Datenerhebenden definiert werden, wie sich verlässliche Quellen von unzuverlässigen unterscheiden.

Schritt 3: Datensortierung, Konzeption und Kombination

Nun müssen die Daten allerdings noch sorgfältig sortiert, aggregiert und / oder segmentiert werden.

In diesem Schritt sollte auch spätestens eine grobe Vorstellung vom Aufbau der späteren Infografik vorhanden sein, damit klar ist, welche grafischen Elemente überhaupt zur Verfügung stehen. Folgende Fragen sollten in diesem Schritt beantwortet werden:

  • Welche Daten passen inwiefern zusammen?
  • Wie stehen die Daten zueinander? Sind sie die Folge von einander? Haben sie einen gemeinsamen Nenner? Gibt es Ursache und Wirkung?
  • Soll sich die Infografik wie eine Geschichte erzählen oder werden die Fakten anders in Verbindung gebracht (wenn ja, wie?)?
  • Wie müssen die Daten sortiert und angeordnet werden, damit die Argumentation gut vom Betrachter verstanden wird?
  • Wie sollen die Daten dargestellt werden? Eher sachlich informativ, oder mit vielen Bildern?
  • Gibt es eine Farbe oder ein Design, das dominant sein soll?
  • Ist abgeklärt, wie stark das Unternehmens-Branding in die Infografik eingebracht werden soll? Sind sich alle Beteiligten im Klaren darüber, dass es eine Infografik und kein Werbebanner wird, das Produkt und die Marke also nicht im Zentrum stehen? (Kleine Warnung, dieser Punkt birgt viel Diskussions-Potential.)

Idealerweise werden diese Überlegungen dann bereits in eine grobe Skizze übertragen. Papier-Kritzeleien reichen dabei durchaus aus. Soll dieser Schritt präsentiert werden, sollte schon eine gut erfassbare Variante gewählt werden – eine PowerPoint-Kollage oder Mock-Up-Tools wie „Balsamiq Mockups“ können hier ein guter Kompromiss zwischen Arbeitsaufwand und Optik sein.

Schritt 4: Umsetzung der Informationen in eine Grafik

Keiner mag trockene und graue Graphen anschauen. Deshalb sind die Fakten in den Infografiken in verschiedensten Farben und Formen dargestellt. Auf diese Weise können sie viel besser verstanden werden und werden besser angenommen. Das erfordert allerdings eine professionelle Umsetzung, für die drei Wege in Frage kommen:

  • Bei entsprechenden Kenntnissen (eigene oder unternehmensintern) eine Umsetzung mit hochwertigen Bildbearbeitungsprogrammen wie Adobe Illustrator.
  • Eine externe Beauftragung bei erfahrenen Agenturen oder Freelancern, die Erfahrung in solch grafischen Arbeiten haben.
  • Der Einsatz spezieller Infografik-Tools, die gewisse Schritte vereinfachen.

Für erste Tests ohne den Anspruch, das beste Ergebnis zu erhalten, sind Infografik-Tools in der Regel die beste Wahl, da sie eine eigene Bearbeitung ohne aufwändige Einarbeitung ermöglichen. Der Nachteil ist es allerdings, dass solche Infografiken immer einen gewissen Eindruck „von der Stange“ erzeugen werden. Sie sind daher für Branding ungeeignet.

Tools, die für die Infografik-Erstellung beliebt sind:

Neben diesen Anbietern existiert eine Reihe anderer Tools. Ein Test verschiedener Lösungen ist sehr empfohlen, da jedes Infografik-Tool ein bisschen anders funktioniert und andere Vorlagen mit sich bringt.

Schritt 5: Finalisierung und Platzierung

Je nach Unternehmensgröße und Mentalität ist der Schritt der Korrektur und Abnahme nicht zu unterschätzen. Kleine Unternehmen haben hier einen deutlichen Vorteil durch flache Hierarchien und schnelle Dienstwege. Aus diesem Grund empfiehlt es sich bei komplexeren Freigabe-Strukturen, nicht auf akute oder brisante Themen als erste Test-Kampagne zu zählen, sondern zunächst „Evergreens“ zu probieren.  Auf diese Weise kann verhindert werden, dass die Infografik durch Verzögerungen den Trend verpasst. Es führt allerdings natürlich dazu, dass weniger Effekt kurzfristig erzielt werden kann.

Ist die Platzierung nur auf Owned Media  - also dem Corporate Blog, eigenen Social Media Channels und anderen selbstgesteuerten Assets – geplant, ist die Platzierung zeitlich überschaubar.

Sollte dagegen auf eine Reichweiten-Steigerung gesetzt werden, ist ein separater Seeding-Prozess notwendig, der weitere Aufwände erzeugt, aber für manche Zielsetzungen unumgänglich ist.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie gerne.