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Analyse der Backlink-Qualität und Optimierung des Backlink-Profils

Übersicht über aktuelle und veraltete Bewertungskriterien mit Tipps zum Abbau schädlicher und Aufbau förderlicher Backlinks für die Suchmaschinenoptimierung.

Über die vergangenen Jahre ist Google stark gegen den künstlichen Linkaufbau vorgegangen. Heute ist eine Domain nicht mehr „stark“, weil sie eine hohe Summe an Backlinks aufgebaut hat. Stattdessen zählt die Qualität der Verlinkung. Aber auch die Definition von Qualität in Bezug auf SEO-Links hat sich verändert. Mit diesem Beitrag geben wir Ihnen eine Checkliste zur Hand, mit der Sie Ihre vorhandenen eingehenden Verlinkungen analysieren können, sowie unsere Erfahrungen zum Abbau und Tipps zur Generierung neuer Links.

Kriterien für die Backlink-Bewertung

Grob gesagt sollten Links heute eine „Daseinsberechtigung“ haben, die über das Linkbuilding hinausgeht. Minderwertige Webkataloge, Linkfarmen und Artikelverzeichnisse können Sie sich also ersparen.

Im Folgenden erhalten Sie eine Unterteilung nach förderlichen und schädlichen Links, sowie solchen, die schlicht und ergreifend nicht in die Bewertung einfließen werden.

Wertige Backlinks

Die folgenden Merkmale charakterisieren heutzutage einen starken Backlink:

  • Themenrelevanz: Der Großteil Ihrer Links muss von einer thematisch verwandten Domain stammen. Alles andere ist (in Mengen) unnatürlich. Denn warum sollten themenfremde Domains von Ihnen berichten?
  • Hochwertiger Inhalt: Es zählt allerdings nicht nur, inwiefern eine linkgebende Domain themenrelevant ist, sondern auch, dass der dortige Inhalt hochwertig ist. Das gilt insbesondere für den Content, in welchen der Link eingebettet ist. 
  • Land, Sprache & TLD: Grundsätzlich gilt, dass eine Domain im eigenen Land eher verlinkt wird. Insbesondere sollte die Sprache dieselbe sein. Ausnahme sind hier komplexere Themen, für die beispielsweise wenig Quellen in der eigenen Sprache vorhanden sind, oder solche Seiten, die international aufgebaut sind. Auch für landesspezifische TLDs gilt, dass diese eher auf Seiten Ihrer Sprache verlinken.
  • Autorität: Mit diversen Metriken misst Google, ob eine Domain eine Autorität im Themenfeld ist. Ob dies der Fall ist, „fühlen“ Sie beim Besuch einer Seite aber auch selbst: Sind Themen kompetent und fachkundig geschrieben worden? Wie hoch ist die Thementiefe? Private Blogs können hier genauso Autoritäten werden wie Universitäten. Übrigens: Auch ein auf „nofollow“ gesetzter Link einer Autorität wird von vielen SEOs als „wertvoll“ eingeschätzt. Zwar fließt dieser nicht direkt in die Bewertung ein, kann aber indirekt dazu führen, dass Google der eigenen Seite mehr traut.
  • Traffic: Links, die Traffic bringen, haben offensichtlich einen „Sinn“ für die Besucher, der über das reine Linksetzen hinausgeht. Ein Link, der Traffic geniert, ist also (in den meisten Fällen) auch für SEO wertvoll.

Nicht förderliche Links

Diese Kriterien können auf einen Link oder eine Linkquelle hinweisen, die von Google bestenfalls bei der Bewertung ignoriert wird, schlimmstenfalls aber auch zu einer Abstrafung führen können. Letzteres ist vor allem dann der Fall, wenn ein großer Teil der Links die nachfolgenden Eigenschaften aufweist.

  • Fehlende Erreichbarkeit: Die linkgebende Seite muss erreichbar sein. Nicht nur für den menschlichen Besucher, sondern auch für den Crawler. Auch wenn Google mittlerweile technisch weit vorangekommen ist, bereiten Webseiten in Flash beispielsweise immer noch Probleme. Ebenso nützt es natürlich nichts, wenn Ihr Link hinter einem geschützten Mitglieder-Bereich liegt.
  • Domain indexiert: Ist eine Domain nicht in der Suchmaschine indexiert, ist das ein Hinweis auf eine geringe Qualität oder eine Abstrafung. Geben Sie zum Test einfach „Site:domain.de“ in die Google Suchanfrage ein, wobei „domain.de“ die zu prüfende Website ist. Erscheinen keine oder nur sehr wenige Seiten, ist das ein schlechtes Zeichen.
  • Minderwertiger Inhalt: Spammige Texte, die ein Thema nur seicht an der Oberfläche ankratzen, waren schon damals hässlich – heute allerdings kann das gefährlich werden. Was Google dabei als Spam definiert, ist hier inkl. einiger Live-Bewertungen erklärt.
  • Nofollow: Mit der Auszeichnung „nofollow“ wird ein Link für Suchmaschinen entwertet. Die Auszeichnung kann entweder den Link allein als rel=“nofollow“ betreffen, oder aber durch die Robots-Auszeichnung in den Metadaten alle Links, die auf der Seite zu finden sind. Browser-Addins wie „Seerobots“ lassen dies sofort erkennen. Weniger häufig wird bei der Backlink-Analyse aber beachtet, dass der Link auch auf andere Weise entwertet werden kann. So kann eine Maskierung der URL mit JavaScript stattfinden, oder eine Weiterleitung über eine für Crawler gesperrte URL vorgenommen werden. Wichtig: All diese „Entwertungen“ sind nicht schädlich, sondern gehören in ein natürliches Linkprofil - aber werden auch keinen positiven Ranking-Effekt haben. (weiteres siehe Punkt „Autorität“)
  • Linktext mit Money-Keyword: In den seltensten Fällen enthält ein von Nutzern geschriebener Linktext ein Keyword. Linktexte wie „Autos günstig kaufen“ sind unnatürlich und solche Keywords sollten daher nur sehr dezent als Text verwendet werden. Es ist davon auszugehen, dass Linktexte noch immer Rankings stärken können. Aber eine Häufung von Keyword-Texten wird durch das Google Pinguin-Update als künstlich erkannt und abgewertet.
  • Link-Penalty: Die linkgebende Domain darf keine Abstrafung durch Pinguin-Updates oder manuelle Maßnahmen seitens Google erhalten haben. Ein Backlink einer so abgestraften Domain sollte in der Analyse immer mit größter Vorsicht behandelt werden, da eine Häufung solcher Links ein deutliches Signal an Google ist, dass hier unnatürliches Linkbuilding vorgenommen wird.
  • Linknetzwerk: In der Vergangenheit konnte Google mehrere Linknetzwerke identifizieren und hat infolgedessen zahlreiche Teilnehmer abgestraft, teilweise sogar komplett aus dem Index genommen. Auch bisher nicht betroffene Netzwerke  kann es in Zukunft treffen – also Vorsicht!
  • Linkkauf & Link-gegen-Produkt: Links von Seiten, die gegen Ware, Geld, Backlink oder eine sonstige Leistung gesetzt werden, sind zu vermeiden. Den entsprechenden Hinweis von Google gibt es hier.
  • Dieselbe Quelle für viele Links: Es bestehen viele Links von derselben IP-Adresse bzw. eines identischen IP-Netzes. Das kann ein weiterer Hinweis auf künstliche Linksetzung sein. Aber es können natürlich auch andere Gründe hierzu führen - Newsbeiträge oder Pressemeldungen werden zum Beispiel häufig auch auf anderen Domains desselben Inhabers verwendet.

Veraltete Metriken

Folgende Metriken sind mittlerweile veraltet und haben keine Aussagekraft mehr über die Wertigkeit eines Links.

  • PageRank (PR): Dieser wird seit Jahren nicht mehr für die Öffentlichkeit aktualisiert. Auch zuvor schon existierten Meldungen, dass Google absichtlich falsche Daten an verdächtige Domains übersendet hat.
  • Anzahl an Backlinks: Die reine Anzahl an Backlinks oder auch die fortgeschrittenere Variante in Form der Domainpopularität haben keine Aussagekraft mehr, denn die Quantität sagt nichts über die Qualität aus. 

Bewertung des Gesamt-Profils

Sind die Einzelnen Links bewertet, sollte ein Blick auf das Gesamt-Profil geworfen werden.

Welches Verhältnis von Links schädlich ist, kommt auf die Anzahl der vorhandenen Backlinks an und obliegt dazu dem gesunden Menschenverstand des Betrachters. Drei ausländische Domains im Linkprofil neben 500 Domainlinks aus dem eigenen Land stellen für sich alleine keine Gefahr dar. Ein Anteil von über 25% in einem jeweiligen Bereich ist aber meist definitiv zu viel.

Einen Hinweis auf eine normale Verteilung können die Webseiten des Wettbewerbs liefern. Beachten Sie allerdings, dass dieser gegebenenfalls über das Google Disavow-Tool Links entwertet hat - dies können Sie von außen nicht bestimmen.

Weiteres Vorgehen nach der Bewertung

Nachdem Sie eine „schwarze Liste“ der schädlichen Verlinkungen aufgestellt haben, fängt die richtige Arbeit erst an. Es müssen alle Website-Betreiber kontaktiert werden mit einer höflichen Bitte um Entfernung des Links oder dem Hinzufügen des „nofollow“-Attributs. Bei ersterer Methode sollte, sofern noch keine Abstrafung erfolgt ist, am besten direkt ein alternativer Textabschnitt zugesandt werden. Das macht es der anderen Seite leichter.Umso weniger Arbeit entsteht, umso wahrscheilicher ist es, dass der Betreiber die Änderung vornimmt.

Schrittweises Vorgehen

Die Links sollen übrigens nicht alle auf einmal gelöscht werden. Denn es lässt sich häufig nicht sagen, ob ein bestimmter Link oder ein Linkmuster überhaupt zur aktuellen Penalty beigetragen hat, insofern überhaupt eine Penalty vorliegt. Wenn eine Liste einen hohen Anteil an potenziell schädlichen Links aufweist, ist ein stufenweises Vorgehen zu empfehlen. Das gilt natürlich nur, wenn der Traffic- oder Gewinneinbruch nicht wirtschaftlich bedrohlich ist.

Zunächst entfernen Sie die definitiv schädlichen Links, und erst in einem oder mehreren späteren Schritten diejenigen Links, bei denen ein schädlicher Einfluss bestehen könnte. Zwischen diesen Stufen sollten Sie bei manuell abgestraften Domains ein Reconsideration-Request über die Webmaster-Tools stellen.

Bei Domains, deren Backlink-Profil nur präventiv aufgeräumt wird, muss dagegen besonders auf ein gleichmäßiges Abbauen geachtet werden, dass um neue, natürlich wirkende Links ergänzt wird. Denn ein schlagartiger Verlust von Links ist ein Signal für Google, sich die (noch) nicht abgestrafte Domain genauer anzusehen. Ein paar Tipps zum Aufbau neuer Links erfolgen weiter unten in diesem Beitrag.

Erfahrungen mit Antwort-Quoten beim Link-Abbau

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass unerwartet viele Website-Betreiber auf die Anfrage-Mails reagieren, insofern sie persönlich adressiert werden und konkrete Anweisungen gegeben werden. In konkreten Zahlen ausgedrückt befindet sich die Antwortquote bei redaktionellen Inhalten (Produkttests, Artikeltauschs, Gastbeiträge, Advertorials, etc.) etwa 60%, von denen sich wiederum über 50% sehr kooperativ zeigten. Die Quote schwankt natürlich je nach Situation:

  • Wie lang ist die Linksetzung her?
  • Um welche der oben genannten Seitentypen handelt es sich?
  • Welches ist das übergeordnete Thema der Seiten?

Diese Faktoren spielen eine maßgebliche Rolle dabei, ob eine Reaktion erfolgt. Bei vor mehreren Jahren gesetzten Linkkatalog-Links zum Beispiel ist die Erfolgsquote deutlich geringer. Einige wenige Webmaster forderten die Zahlung einer Aufwandsentschädigung – verständlich, wenn innerhalb kürzester Zeit hunderte verschiedene Anfragen zur Linkentfernung kommen.

Tipps zum Disavow-Tool

Wenn kein Kontakt mit dem Website-Betreiber möglich ist und die Verlinkung eindeutig schädlich ist, sollte das Disavow-Tool eingesetzt werden. Folgende Hinweise helfen Ihnen bei der Handhabung:

  1. Nutzen Sie die Domain-Auszeichnung statt einer konkreten URL. Häufig befinden sich die Links noch auf anderen URLs, gerade bei WordPress (Tags, Kategorien usw.).
  2. Es dauert, bis Google disawoved Links abgewertet hat – nämlich so lange, bis die Crawler die betreffende URL wieder besuchen. Das kann bei minderwertigen Seiten mitunter sehr lange sein.
  3. Die Liste im Disavow-Tool sollte nicht in Vergessenheit geraten und im gegebenen Fall ergänzt werden. Einfach im Tool bis zur URL-Liste durchklicken. Diese kann dann dort angeschaut und modifiziert werden.
  4. Banal, aber oft genug erlebt: „Disavowed“ heißt nicht, dass ein Link aus dem Linkprofil verschwindet! Die Links sind selbstverständlich weiterhin in sämtlichen Backlink-Tools erfasst – schließlich sind sie noch vorhanden. Hier müssen zukünftig eingebundene Mitarbeiter also immer auf die Disavow-Liste hingewiesen werden, um eine Wiederholung des Procederes zu vermeiden.

Aufwand des Linkabbaus

Der Linkabbau ist mit annähernd dem Aufwand verbunden, den schon der Aufbau mit sich brachte. Idealerweise sollte allerdings eher proaktiv statt reaktiv gehandelt werden: Die regelmäßige Analyse des Linkprofils gehört zum modernen Linkmanagement dazu. Wenn potenziell schädliche Links rechtzeitig entfernt werden, ist eine Website auch besser gegen Negative-SEO-Attacken gefeit, bei denen Mitbewerber absichtlich schädliche Links auf fremde Websites setzen lassen. Ein Phänomen, welches leider immer häufiger auftritt.

Webseiten, bei denen eine Abstrafung vorgekommen ist, konnten sich unseren Beobachtungen zufolge nach dem Linkabbau wieder etwas aufrappeln. Um das alte Niveau zu erreichen, oder um sogar noch besser in den Google-Suchergebnissen dazustehen, sind allerdings Zeit, Geduld sowie weitere Optimierungsarbeiten gefragt. Denn alte Ranking-Erfolge waren häufig den Links geschuldet, die heutzutage schädlich sind.

Es ist zu beachten, dass Google selbst darauf hinweist, dass der Pinguin-Algorithmus mittlerweile automatisch künstliche und minderwertige Links erkennt und entwertet. Allerdings sind Aussagen Googles meistens nur auf die breite Masse anwendbar - in einzelnen Fällen kann es sein, dass diese Mechaniken nicht oder nicht wie gewollt greifen. Insofern von unserer Seite die klare Empfehlung, selbst die Kontrolle durch eigene Analysen und Abbau zu behalten.

10 Linkbuilding Tipps von Matt Cutts / Google

Am 04. März 2010 hat Matt Cutts per Video beantwortet, welche effektiven Wege es gibt, organische Links zu generieren – abgesehen von gutem Content. Diese sind zusammengefasst:

  1. Kontroversen helfen: Allerdings sollte man es nicht zur Regel werden lassen, da ansonsten die Aufmerksamkeit wieder sinkt (und man sich zu sehr unbeliebt macht).
  2. An Communities aktiv partizipieren: Also keinen Blog-Spam verbreiten, sondern aktiv und produktiv in der Community wirken. Beispiel: Fragen zu einem bestimmten Wissens/Expertengebiet beantworten, um anderen Community-Mitgliedern weiter zu helfen.
  3. Newsletter als Online-Marketing-Tool einsetzen, um potenziellen Lesern von Blogs/Webseiten einen Themenüberblick zu geben, was im Onlineangebot zu finden ist.
  4. Social-Media: Facebook, Twitter und Co.
  5. Vorträge auf Konferenzen halten: Zuhörer bloggen und twittern über den Vortrag und verlinken die später veröffentlichten Folien.
  6. Listen veröffentlichen: “50 Linkbuilding-Tipps” oder “100 schicke Webdesigns” oder ähnliches. Menschen finden das nützlich, weil sie kurz und knapp eine thematisch spezifizierte Auswahl präsentiert bekommen.
  7. Blog führen und sich als Experte für ein bestimmtes Thema etablieren. 
  8. Einen Dienst oder ein Produkt veröffentlichen, das andere nützlich finden. Also Extensions für Browser, Apps oder SEO-Tools für spezielle Aufgaben (z.B. für Longtail-Keyword-Recherche).
  9. Videos veröffentlichen: Spannend, informativ, nett zum zuhören mit interessanten Inhalten.
  10. Die Seiten- und URL-Struktur sollte verlinkbar sein. D.h. jeder relevante Content sollte mittels externen Links erreichbar sein.

Zusammengefasst: Gutes Linkbuilding nutzt für eine Zielgruppe relevante und inhaltlich zielgruppennahe Themen, die aktuell und möglichst neuartig sind, für den Markt vor Ort hilfreich sind, eine gewisse Dynamik besitzten, Valenz haben, die Möglichkeiten der Identifikation bieten und optimalerweise noch kurios oder unterhaltsam sind.

Solche Inhalte sind selten schnell erstellt. Insbesondere ein Blog, regelmäßiger Newsletter oder Social Media Auftritte benötigen regelmäßige Erweiterung und Pflege. 

Bedeutung für den Backlink-Aufbau und SEO

Backlink-Aufbau ist aufgrund der Entwicklungen sehr aufwändig geworden. Häufig werden für das heutige Linkbuilding andere Kanäle wie beispielsweise die PR oder Social Media miteinbezogen, wenn es überhaupt noch aktiv vorgenommen wird.

Aufgrund der Aufwände sind viele Webseiten-Betreiber weg vom Linkbuilding und hin zum Onpage-Bereich gegangen. Speziell das Schaffen von Inhalten unter dem Begriff „Content Marketing“ erfuhr in der letzten Zeit starken Zulauf. Wir sind gespannt, ob das Linkbuilding in Zukunft wieder mehr Beachtung finden wird.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie gerne.