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HTML5 und SEO - Potenziale des neuen Standards

Informationen zur Nutzung, Chancen und Hindernissen.

Mit der Einführung des neuen HTML 5 Standards sind auch einige neue Strukturelemente (<nav>, <head>, <footer>, <article>, <section>) verfügbar. Mit diesen und weiteren Attributen lässt sich der Inhalt strukturell in semantische Abschnitte gliedern und auszeichnen. Doch welche Relevanz haben diese Auszeichnungen heute und in naher Zukunft tatsächlich für die Suchmaschinenoptimierung und erkennt der Crawler spezifische Seitenbereiche auch ohne diese Tags?

Was sind die neuen semantischen Tags und wozu nutze ich sie?

Die neuen semantischen Tags helfen, bestimmte Elemente zu klassifizieren und damit semantisch gegenüber anderen Elementen abzugrenzen und zu gewichten. Dies geschieht bei Interpretation der Bildschirminhalte durch den Menschen automatisch – ist aber bei reiner Betrachtung des Quellcodes eine komplexe Aufgabe und oft nicht hinreichend genau.

1. <nav> zur semantischen Auszeichnung der (Haupt-)Navigation innerhalb einer Seite mit Verlinkung zu anderen Seiten.

2. <section> Kennzeichnet thematisch zusammenhängende Bereiche einer Seite in Form von Sektionen.

3. <article> zeichnet in sich geschlossene, redaktionelle Textelemente die autark zum Seitenkontext verwendet werden können z.B. Blogbeiträge, Newsartikel oder Forenposts, wenn diese inhaltlich hervorgehoben werden sollen.

4. <header> zur Auszeichnung der Kopfzeile/Einleitung einer Seite oder eines eigenen semantischen Bereichs.

5. <footer> ähnlich zum <header> Tag kennzeichnet es den Fuß einer Seite oder eines Abschnitts.

6. <aside> kennzeichnet weniger relevante, oft grafisch abgesetzte, Zusatzinformationen und Nebeninhalte.

Zusätzliche Attribute wie das rel-author-Attribut oder das <video>-Attribut können für die Kennzeichnung von Inhalten für Rich Snippets sinnvoll sein. Rich Snippets warten mit erweiterten Medienformaten und Zusatzinformationen auf und erhöhen somit die Varianz der Suchergebnisse. Idealerweise verbessert sich so die Klickrate durch den erwarteten Zusatznutzen des Beitrags.

HTML 5 - Chancen und Hindernisse der erweiterten Auszeichnung

Insbesondere in der Unterscheidung von Navigationselementen oder Teasern zu dem eigentlich relevanten Inhalt, wie zum Beispiel dem eigentlichen Blogartikel, gibt es noch immer Defizite in der Ausgabe durch Suchmaschinen. Hier werden Suchanfragen, insbesondere bei neuen Inhalten, häufig mit Aggregationsseiten oder solchen Seiten, die lediglich Auszüge des eigentlichen Inhaltes bereitstellen, bedient. Die Auszeichnung der Inhalte mit <nav> und <article> Tags könnte künftig ein klareres Priorisierungs- und Relevanzsignal von Inhalten an Suchmaschinen setzen, allerdings nicht ohne Risiko der Traffic-Einbußen für Navigationsseiten. Im Zuge der inhaltlichen Strukturierung sollte ebenfalls die h-Strukturierung grundlegend überarbeitet werden. So ist es mit HTML5 möglich – und sogar empfohlen – für semantisch abgegrenzte Bereiche, mehrfache h1-Auszeichnungen vorzunehmen.

Auch in der Relevanzbewertung von ausgehenden Links sind die Strukturelemente hilfreich, da ein Link aus einem <aside>-Bereich oder aus dem <footer> als weniger relevant interpretiert wird, als solche der Hauptnavigation oder innerhalb des Artikels. Besonders in der Webanalyse könnten sich dadurch Vorteile ergeben. Durch die differenzierte Auszeichnung lässt sich die Wirkung von Navigationselementen gegenüber der Verlinkung im Text effektiv vergleichen und in der Folge die Verlinkung besser an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen.

Für die Entwicklung stellen die neuen Tags zunächst einmal eher einen Zusatzaufwand dar, der sich aber zum Beispiel bei der Migration von Inhalten durch leichtere Identifizierung einzelner Elemente schnell bezahlt macht. Aus Nutzersicht werden sich auf den ersten Blick keine wesentlichen Unterschiede ergeben, da moderne Browser (ab IE V9)  die HTML5-Tags bereits korrekt darstellen. Dass gute Inhalte mit dem neuen Standard stärker in den Vordergrund rücken können, kommt aber primär dem Nutzer zugute. In der Gestaltung von barrierefreien Webseiten ergibt sich der deutliche Vorteil, dass Screenreader nicht erst umständlich alle Navigations-, Head- und Randelemente wiedergeben, sondern direkt den eigentlichen Inhalt.

Fazit

Suchmaschinen können inhaltliche Elemente bereits heute recht gut – aber eben nicht hinreichend exakt – interpretieren, daher stellt sich die Frage, ob diese Zusatzelemente aus SEO-Sicht tatsächlich einen signifikanten Mehrwert bieten. Google bezieht zu diesem Thema klar Stellung: das Ranking ist nicht direkt vom Einsatz neuer Technologien abhängig, kann aber durch sekundäre Faktoren wie Nutzersignale (geringere Absprungraten durch zielgerichtete Leitung und optimierte Navigationselemente) positiv beeinflusst werden. Sobald die offizielle Empfehlung des W3C bis Ende 2014 auf den Weg gebracht ist, wird sich zeigen, wie sich der breite Einsatz der neuen HTML5-Elemente auf die Bewertung durch Suchmaschinen in der Praxis auswirkt.

 

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