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Rich Snippets

Erhalten Sie einen Gesamtüberblick über Microformate, Microdata, RDFa & Co.

Angesichts der Vielfalt an Auszeichnungsmöglichkeiten und der teils inkonsistenten Verwendung von Spezifikationen und Gattungsbegriffen, fällt es vielen Webmastern schwer, das richtige Auszeichnungsformat zu identifizieren und konsistent umzusetzen. Wir klären über Unterschiede und Gemeinsamkeiten, Stärken und Schwächen und Implementierungsmöglichkeiten der Haupt-Auszeichnungsstandards auf.

Erweiterte Mark-up Formate - warum gibt es sie überhaupt?

Mark-up-Formate können helfen, bestimmte semantische Informationsbereiche einer Webseite strukturiert auszuzeichnen. Damit werden nicht nur der Suchmaschine sinnvolle Anhaltspunkte zu relevanten Datenpunkten gegeben, sondern die Auszüge der Suchergebnislisten können so auch optisch und informativ aufbereitet werden (sog. Rich Snippets). In der Interpretation durch Menschen sind zwei Datenpunkte wie Zubereitungszeit und Kalorienangabe klar unterschiedlich durch die Einbettung in unterschiedlichen Kontext, Suchmaschinen haben dieses semantische Verständnis jedoch nur begrenzt. Mit strukturierenden Auszeichnungen kann man ihnen auf die Sprünge helfen. Doch nur, wenn für diese Auszeichnungen ein allgemeingültiger Standard gewählt wird und dieser auch konsistent und richtig implementiert wird, bringen solche Auszeichnungen für Suchmaschinen – und damit schlussendlich auch Nutzer – einen Mehrwert.

Die 3 Hauptstandards Microformate, Microdata und RDFa

Schon bei der Wahl des rechten Gattungsbegriffes existieren derzeit zahlreiche Fehlinterpretationen, die zusätzlich zur Herausforderung der inhaltlichen Abgrenzung Verwirrung stiften. Heute werden die oben genannten Begriffe immer häufiger synonym verwendet, gemeint wird jedoch meist eine bestimmte Spezifikation, die teils wesentlich Unterschiede zu anderen Standards aufweist. Mark-up Formate könnte ein korrekter Gattungsbegriff sein. Von Google wird teils das Anwendungsgebiet Rich Snippets als Oberbegriff verwendet, um den „Datenreichtum“ der Suchergebnisse zu suggerieren. Folgende Auszeichnungsformate können innerhalb dieser Gattung unterschieden werden:

  • Mikroformate verwendet das Attribut “class” zur Auszeichnung, ist für vereinzelte Informationen hilfreich und einfach anzuwenden – beliebt ist die CSS-Klasse vCard zur Auszeichnung von Kontaktdaten.
  • Microdata HTML5-Spezifikation für Mikrodaten, die auch unter schema.org spezifiziert ist und damit eine weite Akzeptanz erhält.
  • RDFa Resource Description Framework in attributes, ein W3C Rahmenwerk mit zusätzlich erweiterten Auszeichnungsmöglichkeiten, das festlegt, wie bestimmte zusätzliche Informationen in Form von Metadaten im Quelltext als XHTML Attribut ausgezeichnet werden können.

Unterstützt werden die Auszeichnungsformate von bislang 3 großen Suchmaschinen (Google, Bing und Yahoo), wobei Google als Suchmaschine mit 90% Marktanteil in Deutschland im Fokus stehen sollte.

Wie wähle ich das passende Format?

Für Datenbankinhalte und weit skalierte Auszeichnungen sollte man auf RDFa oder Mikrodaten zurückgreifen. Eine stark vereinfachte Sonderform bildet dabei die Funktion Data Highlighter in den Google Webmaster Tools, die streng genommen kein Mark-up Format als solches darstellt, sondern ein rein für Google konzipiertes Schema, um inhaltliche Seitenbereiche nachträglich zu markieren, aber nicht im Quelltext auszuzeichnen. Diese Alternative ist dann relevant, wenn man den HTML Code nicht ändern kann oder will oder noch nicht konsistent Alternativen umsetzen kann. Zudem bietet es die Möglichkeit, Seiten in Seitengruppen (sog. page sets) einzuteilen und auf Basis einer exemplarischen Seite alle Seiten dieses Typs automatisch zu synchronisieren.

Hinweis: Trotz richtiger Auszeichnungen werden einige Inhaltstypen noch nicht oder nur sehr selektiv in den SERP-Auszügen angezeigt. Google scheint derzeit eine breitere Implementierung gesonderter Inhalte wie z.B. Bilder in den Snippets zu testen, um Missbrauch vorzubeugen.

Für Videos funktioniert die Auszeichnung allerdings derzeit noch recht erfolgreich, selbst wenn die Inhalte nicht auf der eigenen Seite bereitgestellt werden. Generell gilt: Ein einheitliches und möglichst breit unterstütztes Format sollte zur Auszeichnung gewählt und beibehalten werden.

RDFa ist etwas schwieriger zu schreiben als Mikroformate, dafür aber ausdrucksstärker, da man nicht auf bestimmte Themengebiete beschränkt ist, sondern mittels geeigneter Ontologien Dinge aus allen Gebieten beschreiben kann. Google empfiehlt derzeit Mikrodaten, da sie einen hohen allgemeinen Konsens und eine weite Verbreitung durch erweiterte Möglichkeiten gegenüber Mikroformaten bei geringerer Komplexität als RDFa und eine hohe Institutionalisierung durch data-vocabulary.org und schema.org aufweisen.

Relevante Anwendungsgebiete für Mark-up Formate

Folgende Anwendungsgebiete und Vorteile stehen beispielsweise zur Verfügung:

  1. Bewertungsdaten nutzen, um das eigene Suchergebnis optisch zu erweitern
  2. Aufmerksamkeit auf die eigenen Produkte lenken durch “reichere” Suchergebnisse
  3. Rezensionen anteasern
  4. Videoinhalte anzeigen
  5. Glaubwürdigkeit des Unternehmens steigern
  6. Rezepte ansprechender in den Ergebnissen präsentieren
  7. Vertrauen in mobile App Listungen erhöhen
  8. Über die eigene Person in den Suchergebnissen informieren
  9. mehrere Events durch mehrfache Listung in den Suchergebnissen anzeigen
  10. Die Breadcrumb in den Suchergebnissen darstellen

Wie genau und ob zurzeit in Google diese Zielsetzungen erreicht werden können, behandeln wir detailliert im zweiten Teil.

Fazit und Zukunftsausblick

Mikrodaten stellen häufig unausgeschöpftes Potenzial dar: Bei richtiger Anwendung verhelfen sie in Form von Snippet Anreicherungen, die entscheidenden Impulse zum Klick auf das Suchergebnis zu geben und können damit einen Wettbewerbsvorteil bilden. Leider sind Kenntnisse über die diversen Implementierungsmöglichkeiten vielfach noch echtes Neuland für Webmaster. Wie viele Möglichkeiten es tatsächlich mit Mark-up Formaten gibt, werden wir im 2. Teil unserer Serie anhand von verschiedenen Branchenbeispielen erläutern.

Google erweitert die Basis der erkannten Auszeichnungen regelmäßig um weitere Inhaltstypen – es lohnt sich ein regelmäßiger Rückgriff auf die Hilfe-Seite zu diesem Thema.

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