
Ganz gleich, ob Sie Content für Ihre Website, Ihren Blog oder Social Media-Kanäle erstellen – eine sorgfältige Planung ist im Content Marketing das A und O. Hier sind Redaktionspläne ein besonders nützliches Instrument, um die Erstellung von Inhalten übersichtlich zu organisieren und zielführend umzusetzen.
Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen Redaktionsplan systematisch aufbauen, welche Schritte dabei entscheidend sind und wie Sie moderne Werkzeuge – einschließlich KI – gezielt nutzen, um Planung, Qualität und Wirkung Ihrer Inhalte nachhaltig zu verbessern.
Die Redaktionsplanung geht immer mit einer ausgeklügelten Strategie für Ihr Online Marketing bzw. Content Marketing einher. Was sind Ihre Ziele, Zielgruppen und USPs? Was wollen Sie mit Ihren Inhalten erreichen? Auf welchen Kanälen wollen Sie auftreten? Ein noch so strukturierter Redaktionsplan bringt Ihnen nicht viel, wenn diesem kein strategisches Fundament zugrunde liegt. Bestimmen Sie also zunächst den Ist- und Soll-Zustand sowie Ihre Ziele und Zielgruppen. Sobald das passiert ist, überführen Sie die Infos in Ihren Redaktionsplan.
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Ziele und Scope festlegen: Klären Sie zunächst, wofür der Redaktionsplan eigentlich da ist, bevor Sie mit Themen starten oder ein Tabellenblatt anlegen. Leiten Sie konkrete Content-Ziele aus Ihren Marketingzielen ab – zum Beispiel organische Sichtbarkeit oder Leadgenerierung. Ebenso wichtig ist der zeitliche und inhaltliche Rahmen: Planen Sie für einen Monat, ein Quartal oder ein halbes Jahr? Und welche Kanäle sind Teil des Plans? Je klarer das Zielbild, desto fokussierter und realistischer wird die spätere Planung.
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Themenbasis und Status quo erfassen: Sammeln Sie alles, was es schon gibt und was an Ideen im Unternehmen „herumschwirrt“. Dazu gehören bestehende Blogartikel, Landingpages, Social-Posts oder Präsentationen. Stellen Sie sich zudem die Frage: Welche Inhalte sind bisher gut gelaufen und wo gibt es ggf. Lücken? Bei der Themenfindung helfen auch Suchanfragen aus der Google Search Console, Keyword-Cluster aus SEO-Tools, Fragen aus Vertrieb und Kundenservice sowie Inhalte von Wettbewerbern.
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Themen clustern und priorisieren: Sortieren Sie ähnliche Themen zusammen, zum Beispiel nach Produkt, Zielgruppe oder typischen Problemen Ihrer Kund:innen. Überlegen Sie für jedes Thema, wie wichtig es für Ihre Ziele ist und wie aufwendig die Umsetzung wäre. Ein Thema mit hohem Potenzial, aber großem Produktionsaufwand, gehört ggf. nicht in den nächsten Monat, sondern ins nächste Quartal.
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Redaktionsplan strukturiert aufsetzen: Nun wird der Redaktionsplan selbst angelegt, zum Beispiel als Excel-Tabelle. Ein guter Redaktionsplan macht sofort sichtbar, welches Thema wann erscheint, in welchem Status es sich befindet und wer verantwortlich ist. Wichtig ist: lieber schlank starten als den Plan von Beginn an zu kompliziert zu machen. Zusätzliche Spalten können Sie immer noch später ergänzen.
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Rollen und Workflows klären: Definieren Sie klare Zuständigkeiten. Wer erstellt Inhalte, liefert Fachinput, prüft die Inhalte und gibt frei? Beschreiben Sie den Standard-Workflow. Planen Sie dabei gleich auch Puffer für Feedbackschleifen und mögliche Krankheitsfälle ein und berücksichtigen Sie Urlaube.
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Redaktionsplan füllen: Tragen Sie die wichtigsten Themen in konkrete Wochen oder Monate ein und ordnen Sie sie den jeweiligen Kanälen zu. Achten Sie darauf, dass sich Ihre Themen sinnvoll über den Zeitraum verteilen und zu wichtigen Terminen passen – zum Beispiel zu Produkt-Launches, Messen oder saisonalen Anlässen. Prüfen Sie zeitgleich realistisch, ob Ihr Team diese Menge an Inhalten auch tatsächlich schaffen kann.
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KI integrieren: Künstliche Intelligenz kann Ihnen bei der Planung Arbeit abnehmen. Sie können KI zum Beispiel für die Themenfindung oder Priorisierung nutzen. Wichtig ist, dass Sie die Ergebnisse immer prüfen, fachlich bewerten und an Ihre Zielgruppe und Ihren Stil anpassen. KI ist ein hilfreicher Assistent – die Entscheidungen treffen Sie.
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Pilotphase und Feintuning: Starten Sie am besten mit einem kleinen Test und nehmen Sie sich etwa zwei bis drei Monate Zeit, um sich auf einen Hauptkanal zu konzentrieren. Nach dieser Phase können Sie Ihren Plan anpassen: überflüssige Spalten löschen, neue ergänzen oder Schritte vereinfachen.
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Regelmäßige Anpassungen: Ein Redaktionsplan ist kein statisches Dokument, sondern ein lebendiges System. Nach der Veröffentlichung sollten Sie regelmäßig prüfen, wie sich Inhalte entwickeln – etwa anhand von Sichtbarkeit, Klicks oder Nutzerinteraktionen. Diese Erkenntnisse fließen zurück in die Themenpriorisierung und helfen dabei, zukünftige Inhalte gezielter zu planen.
Als Grundlage für Ihren individuellen Redaktionsplan stellen wir Ihnen eine kostenlose Excel-Vorlage zur Verfügung, mit der Sie Texte und Social Media Postings zuverlässig planen können.
Je nach Projekt oder gewünschter Komplexität können Sie entweder detaillierte Haupt- und Nebenaufgaben definieren oder eine minimalistische Darstellung wählen, bei der die zu erstellenden Beiträge einfach einzeln und ohne Teilschritte aufgelistet werden.
Unsere kostenlose Redaktionsplan-Vorlage ist sofort einsatzbereit. Machen Sie noch heute den ersten Schritt und planen Sie die nächsten Beiträge für Ihre Kanäle.
KI-Tools wie ChatGPT, Perplexity und Gemini lassen sich mit gezielten Prompts effektiv für Redaktionspläne nutzen. Hier die wichtigsten Einsatzmöglichkeiten:
Wichtig: KI ersetzt keine Strategie!
Nutzen Sie Tools wie ChatGPT oder Gemini für Entwürfe und Recherche, aber prüfen Sie immer fachlich und passen Sie die Vorschläge an Ihre Marke und Ihre Zielgruppen an. KI kann analysieren, strukturieren und Vorschläge liefern – die Bewertung, Priorisierung und finale Entscheidung erfordert jedoch weiterhin menschliches Kontextverständnis.
Hier ein Beispiel-Prompt, den Sie für die Erstellung eines Redaktionsplans mit KI verwenden und individuell an Ihre Ziele anpassen können:
„Du bist ein erfahrener Content-Stratege für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Erstelle einen detaillierten Redaktionsplan für [Zielgruppe] für die nächsten [Zeitraum, z. B. 3 Monate] mit [Anzahl] [Format, z. B. 12 Blogposts, 6 LinkedIn-Posts, 3 Newsletter].
Berücksichtige bitte:
Ausgabe als übersichtliche Tabelle mit Spalten: Thema | Keywords | Format | Aufwand/Relevanz | Veröffentlichung | Repurposing-Ideen | Verantwortliche | Status“
Ein Redaktionsplan sollte nur so komplex sein wie nötig – aber so strukturiert, dass er Strategie, Prozesse und Erfolgsmessung abbildet. Wichtig ist, dass der Plan individuell auf Sie abgestimmt ist und genau die Informationen enthält, die Sie bei der Organisation und Umsetzung Ihres Contents weiterbringen.
Die Wahl des richtigen Tools hängt von der Komplexität Ihrer Inhalte, den Kanälen und auch der Teamgröße ab. Wichtig ist, dass das Tool eine gemeinsame Bearbeitung ermöglicht und sich nahtlos mit Ihren bestehenden Workflows verbinden lässt.

Nach der Umsetzung des Contents ist auch die Erfolgsmessung essenziell. Wenn Sie im Rahmen Ihrer Strategie zuvor SEO und/oder GEO-KPIs und Erfolgsfaktoren wie Sichtbarkeit, Rankings, Traffic, Conversions oder Follower definiert haben, gilt es nun, diese in einem regelmäßigen Monitoring zu beobachten und zu messen. So können Sie nachvollziehen, ob Ihre Inhalte wie gewünscht performen oder wo Optimierungsbedarf besteht. Mithilfe dieser Erkenntnisse verfeinern bzw. korrigieren Sie Ihre Content-Strategie und können später beobachten, wie sich bestimmte Anpassungen auswirken.
Für kleinere Teams reicht oft eine einfache Übersicht mit Thema, Format, Kanal, Keywords, Veröffentlichungsdatum, Status und Verantwortlichen. Größere Teams oder komplexe Projekte profitieren von zusätzlichen Informationen wie Workflows oder Repurposing-Ideen.
KI kann etwa bei der Themenfindung, Priorisierung, Clustering oder der Strukturierung von Inhalten unterstützen. Wichtig ist, dem KI-Tool ausreichend Kontext zu Zielgruppen, Zielen und Kanälen zu geben. Die Ergebnisse sollten anschließend fachlich geprüft und an die eigene Strategie, Marke und Prozesse angepasst werden. KI dient als Assistenz – die strategische Entscheidung bleibt jedoch beim Menschen.
Für den Einstieg eignen sich Excel oder Google Sheets besonders gut, da sie flexibel und schnell anpassbar sind. Bei größeren Projekten sind Tools wie Trello, Notion oder Asana ideal, die visuelle Workflows und Kollaboration ermöglichen. Auch CMS-interne Lösungen können sinnvoll sein, wenn Inhalte überwiegend auf einer Plattform veröffentlicht werden.
Nicht zwingend. Häufig reicht ein zentraler Redaktionsplan aus, der alle Kanäle abbildet. Wichtig ist, klar zu kennzeichnen, welcher Inhalt für welchen Kanal gedacht ist und ob Anpassungen nötig sind. Bei sehr unterschiedlichen Zielgruppen oder Workflows kann es jedoch sinnvoll sein, separate Pläne zu führen.
Das hängt stark von Ihren Zielen und Ressourcen ab. In der Praxis haben sich Planungszeiträume von einem Quartal bewährt. So behalten Sie strategische Themen im Blick und bleiben dennoch flexibel genug, um auf aktuelle Entwicklungen oder neue Erkenntnisse zu reagieren.