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Keyword-Recherchen selbst erstellen

Praktische Einleitung, um selbst erste Recherchen zu erstellen und Stolpersteine zu vermeiden.

Eine solide Keyword-Recherche ist nach wie vor eine der Grundvoraussetzungen für strategische, funktionierende Suchmaschinenoptimierung. Die nachfolgende Anleitung stellt wichtige Schritte vom Brainstorming bis zur Qualifizierung zur eigenen Umsetzung vor.

Datensammlung

Im ersten Schritt der Keyword-Recherche steht das Sammeln von möglichen Begriffen rund um die zu verkaufenden Produkte oder Dienstleistungen im Fokus. Der Start sollte hierbei ein Brainstorming sein: Was genau wird angeboten, und wie beschreiben Kunden oder Lieferanten das Produkt? Sammeln Sie hier Synonyme und Umschreibungen genauso wie ergänzende Adjektive. 

Sobald die eigenen Ideen aufgeschrieben sind, können Tools und Wettbewerber-Seiten zu Rate gezogen werden. Googles Keyword-Planer (aktiver AdWords-Account vorausgesetzt) schlägt beispielsweise Begriffe für eine eingegebene URL vor. Diese passen mal mehr, mal weniger, sind aber eine gute Quelle für ergänzende Ideen. Hierbei sind die Vorschläge nicht auf die eigene Domain limitiert - auch fremde URLs können angegeben werden. Folgende Seitentypen eignen sich als Quelle für das Google Keyword Tool:

  • Die eigene Seite / Eigene Landingpages
  • Seiten und Landingpages von Mitbewerbern
  • Die Wikipedia-Seite für die entsprechende Kategorie
  • Google News (Keyword eingeben und URL kopieren)
  • Entsprechende Seiten von Printmagazinen und -Zeitschriften aus der Branche
  • Suchergebnisseiten von Ask.com, Wortschatz Leipzig und Co.

Keyword-Shuffling

Sind möglichst viele Begriffe notiert, gilt es, diese zu kombinieren, um eine hohe Anzahl möglicher Keywords zu erzeugen. Denn generische Begriffe ("SEO", "Internetagentur") haben zwar das höhere Suchvolumina, sind aber auch deutlich umkämpfter. Spezifischere Begriffskombinationen ("SEO Köln", "Internetagentur TYPO3") erzeugen in der Regel weniger Suchanfragen, dafür ist ein Ranking wahrscheinlicher. Zudem konvertieren Nutzer mit spezifischeren Anfragen eher als solche, die eher allgemein suchen.

Diese Kombinationen können natürlich einfach manuell erstellt werden. Einfacher ist aber der Einsatz von Tools wie dem Keyword-Shuffler, welche die Kombination der Begriffe automatisch vornehmen. 

Beispiel: Gästehausportal

Ein Gästehausportal möchte überprüfen, ob die Optimierung sich für den Begriff “Gästehaus” lohnt. Da häufig Gästehäuser gesucht werden, die nicht in der eigenen Stadt sind (die zeigt Google bevorzugt an), muss der Begriff Gästehaus mit weiteren Begriffen kombiniert werden – nämlich mit Städten und Bundesländern. Dies kann man entweder von Hand zu Fuß machen, man kann aber auch den Keyword-Shuffler nutzen und gleich noch das Synonym "Gasthof" mit bedienen:

Beispiel für Shuffling mit Bundesländern für die Keyword-Recherche
Das Anfügen von geografischen Merkmalen ist ein Beispiel für die Keyword-Recherche über Shuffling

Beispiel: Online-Shop

Auch für einen Online-Shop ist das Shuffling bei der Keyword-Recherche Pflicht. Hier sind es allerdings eher seltener Städte oder Bundesländer, sondern Transaktionsbegriffe wie kaufen, online, günstig, erwerben usw. D.h. solche Begriffe, mit denen ein Suchender Google klar macht, dass er Produkt XY erwerben möchte. Für einen Shop, der MP3-Player verkauft, wären dies beispielsweise Kombinationen, die man mit dem Keyword-Shuffler generieren könnte:

  • MP3-Player kaufen
  • MP3-Player online
  • MP3-Player shop
  • MP3-Player bestellen
  • MP3-Spieler kaufen
  • MP3-Spieler online
  • MP3-Spieler shop
  • MP3-Spieler bestellen

Gerade bei größeren Keyword-Recherchen lassen sich Begriffe in Gruppen systematisieren (Transaktionsbegriffe, Städte, Bundesländer, Namen, Brands, usw.). Damit kann man die bereits systematisierten Begriffe zunächst aus der Recherche entfernen und behält leichter den Überblick über die wichtigen, meist generischen, Begriffe. Vor der Bestimmung des Suchvolumens und weiterer Eigenschaften (=Potenzialanalyse) kann man dann mittels dem Shuffling die Begriffsgruppen wieder systematisch hinzufügen – ohne eine zu vergessen. 

Qualifizierung

Durch die verschiedenen Schritte sollten mehrere hundert bis tausend Begriffskombinationen entstanden sein. Diese müssen nun bewertet werden. Dazu kann zunächst das Suchvolumen über Googles Keyword Planer ermittelt werden.

Suchvolumen aus dem Keyword-Planer
Auszug des Suchvolumens aus dem Keyword-Planer

Das von Google angezeigte Suchvolumen kann als Indikator verwendet werden, um herauszufinden, welche Begriffe überhaupt gesucht werden. All diejenigen, die kein Suchvolumen ausgeben, können für nachfolgende Schritte in der SEO-Arbeit ausgelassen werden. Dies wird in der Regel ein großer Teil der gesammelten Liste sein. Verlassen Sie sich allerdings nicht auf die angegebene Zahl beim Suchvolumen - diese ist nur eine grobe Schätzung. Zudem gibt Google das Suchvolumen teilweise kombiniert für verschiedene Begriffe an - "Gasthof Berlin" und "Berliner Gasthof" können durchaus zusammengerechnet werden. 

Neben der Qualifizierung über das Suchvolumen können auch manuell bestimmte Faktoren in die Bewertung einfließen: Wie stark ist der Wettbewerb auf den Top Positionen? Wie gut passt das Keyword zu dem Angebot? Wie wahrscheinlich ist ein Kauf, wenn ein Nutzer das Keyword für die Suche verwendet? Aus diesen und weiteren Faktoren kann dann ein Ranking für die Wichtigkeit und Relation zu den Chancen für das Keyword erstellt werden. Diese Potential-Liste wiederum ist dann die Voraussetzung für ein zielgruppengerechtes Keyword-Mapping.

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