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SEO für paginierte Seiten bei Shops

So müssen Sie vorgehen.

Paginierung bezeichnet die Verteilung von Inhalten auf mehr als eine URL, wobei zu den folgenden und vorhergehenden URLs “geblättert” werden kann. Oftmals ergeben sich Probleme mit Duplicate Content durch paginierte Shop- oder Verzeichnisseiten, weil Seite 2 und 3 im Regelfall sehr ähnlich zu Seite 1 aufgebaut sind, ohne weiteren Mehrwert zu bieten. Doch wie mit solchen Inhalten verfahren?

 

Methoden für SEO von paginierten Seiten

Das Ziel ergibt sich bereits aus der Fragestellung: Der Inhalt soll nur einmal im Suchmaschinen-Index landen. Hierzu gibt es nachfolgende Möglichkeiten.

Nichts unternehmen

Tatsächlich ist dies eine Methode, die Google selbst vorschlägt. Die Argumentation lautet hierbei, dass Google paginierte Inhalte in den meisten Fällen erkenne. Zwei Probleme sind also indirekt schon benannt: Zum einen ist “die meisten Fälle” nicht unbedingt die eigene Domain, zum anderen sollten auch andere Suchmaschinen beachtet werden, über die durchaus Traffic entstehen kann.

rel=”next”/”prev”

Auch diese Methode ist von Google empfohlen. Durch Angabe von rel=”next” oder rel=”prev” im jeweiligen Link wird die starke Verbindung zwischen den URLs der Suchmaschine erklärt. Die Einbindung erfolgt im -Bereich der Seite: Seite 1 verlinkt auf Seite 2:

<link rel="next" href="http://www.example.com/Artikel-Teil2.html"/>
Seite 2 verlinkt auf Seite 1:

<link rel="prev" href="http://www.example.com/Artikel-Teil1.html"/>
Das Problem: Eine Verbindung zu erklären heißt aber nicht, die URLs von der Indexierung auszuschließen. Zitat von Google hierzu:

rel=”prev” und rel=”next” stellen für Google starke Hinweise dar, sie werden nicht als absolute Anweisungen betrachtet.

Gesamtübersicht verwenden

Eine weitere Möglichkeit, um das Indexieren von paginierten Inhalten zu verhindern, ist die Verwendung von kompletten Übersichtsseiten. Hierzu gibt es zwei deutlich unterschiedliche Versionen der Durchführung. In der ersten Version nutzt die paginierte Seite ein Canonical, um auf eine Gesamtübersicht zu verweisen.

<link rel="canonical" href="http://www.example.com/alle-Angebote"/>
Ein Canonical ist lediglich eine Empfehlung. Google kann diese nutzen, muss es aber nicht. Eine direkte Verlinkung der Gesamtansicht selbst wäre zwar einfacher, aber unter anderem wegen der erhöhten Ladezeit nicht empfehlenswert. Die interne Verlinkung führt also immer noch auf die paginierten Seiten. Durch das Canonical, das sich auf der gut verlinkten Seite befindet, geht hier dann die Power der internen Verlinkung teilweise verloren, und die verlinkten Produkte ranken ggf. schlechter als zuvor.

Die zweite Version verlinkt intern auf die Gesamtansicht, aber lädt zunächst nur einen Teil der Artikel, um oben angesprochene Ladezeiten gering zu halten. Diese Art ist technisch anspruchsvoller und auch anfälliger für Fehler. Zudem kann die Indexierung und das Ranking von nicht sofort geladenen Artikeln erschwert werden.

noindex, follow

Diese Version wird vielfach empfohlen, weil sie diejenige ist, die am zuverlässigsten die nachfolgenden URLs aus dem Index ausschließt. Gleichzeitig erlaubt “follow” aber der Suchmaschine weiterhin, den Links zu folgen. Produkte werden also weiterhin gefunden.

Probleme können sich dann entwickeln, wenn andere Einstellungen ebenfalls vorgenommen werden. Beispielsweise ist auf den Folgeseiten schon einmal ein Canonical-Tag zu finden, welches in dem Fall kontraproduktiv ist, weil die Power der internen Verlinkung dann nicht mehr den Folgeseiten zugerechnet wird. Diese würde dann nämlich der URL zugesprochen, auf die das Canonical führt.

Verwendung der robots.txt

Im ersten Moment ähnlich erscheint die Lösung, paginierte Inhalte mittels der robots.txt auszuschließen. Da die meisten Shops bei den paginierten URLs Seitenzahlen mit ausgeben (z.B. www.example.com/tolle-kategorie?seite=1), können diese einfach einmalig eingetragen werden. Mehr hierzu unter robots.txt für SEOs. Anders als bei der obigen Lösung über “noindex, follow” wird damit aber angegeben, dass der Crawler den paginierten Links gar nicht erst folgen soll. Zudem befinden sich paginierte Inhalte dann weiterhin in der Google Suche, was dann so aussieht:

Anzeige einer URL, die über die robots.txt gesperrt ist.

Canonical auf die erste Seite

Weiterhin häufig aufzufinden ist die Methode, ab Seite 2 ein Canonical zu verwenden, welches zurück auf Seite 1 verweist. Da die Inhalte recht ähnlich sind, ist das Canonical hier mehr oder weniger richtig angewendet. Allerdings wird alle Linkpower auf die Seite 1 vergeben. Die intern verlinkten Seiten 2ff. erhalten kaum bis gar keine Power, was das Ranken für auf späteren Seiten gelistete Artikel erschwert.

Aufteilen in feinteilige Kategorien

Um der Paginierung von Anfang an aus dem Weg zu gehen, ist es naheliegend, die Produkte auf viele kleinere Kategorien aufzugliedern. Dies erzeugt, richtiges Keyword Mapping vorausgesetzt, eine sehr gute Ansprache von Keywords über die Kategorien. Allerdings erhöht sich die Klicktiefe, was weder für Besucher der Startseite noch SEO förderlich ist. Zudem ist diese Form sehr arbeitsintensiv, wenn das Produktportfolio groß ist, und es kann leicht passieren, dass mit der Zeit Kategorien ohne Artikel verwaisen.

Laden von Seite 2ff per Javascript

Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Suchmaschinen die URLs überhaupt erkennen können, da Javascript lange Zeit ein Hemmnis für das Verfolgen von Links war. Mittlerweile kann der Crawler Javascript aber mehr oder minder ausführen. Selbst, wenn eine Verfolgung der URLs so verhindert wird: Eine gute Verteilung der Linkpower auf die Artikel abseits von Seite 1 würde dann auch verhindert werden.

Best Practises bei der Seiten-Paginierung

Es gibt also zahlreiche Möglichkeiten, die alle gewisse Vor- und Nachteile haben. Zur Ermittlung der womöglich besten Methode haben wir uns die Top10 der Online Shops in 2013 laut der Lebensmittelzeitung genauer angeschaut:

Domain SISTRIX-Sichtbarkeit Methode
Amazon.de 2013,66 Keine
Otto.de 190,21 Noindex ab Seite 2
Notebooksbilliger.de 25,19 Artikel werden auf Gesamtansicht nachgeladen
Zalando.de 152,18 Noindex ab Seite 2
Weltbild.de 52,68 Noindex ab Seite 2
Conrad.de 107,45 Keine
Tchibo.de 21,13 tchibo.de: Gesamtansicht (da wenig Produkte) Subdomains: Keine
Bonprix.de 24,02 rel=”next”/”prev”
Cyberport.de 9,86 Paginierte ULRs werden per Javascript “versteckt”
Esprit.de 10,55 Einteilung in feinteilige Kategorien

Bei zwei der zehn untersuchten Shops (Amazon.de und Conrad.de) konnte keine spezifische SEO-Behandlung des Paginierungsthemas festgestellt werden. Tchibo.de hat im Gebiet Kaffee ein sehr übersichtliches Angebot, welches optisch sehr schön auf einer einzelnen Gesamtansicht je Kategorie dargestellt wird. Für die Subdomain zum Thema Reisen, auf der zahlreiche Angebote genannt sind, ist keine Strategie zu finden.

Von den übrigen sieben Online Shops vertrauen drei darauf, alle Seiten außer der ersten einfach auf “noindex” zu stellen. Sehr spannend war übrigens bei dieser Beobachtung auch, dass die logarithmische Paginierung anscheinend auch bei großen Shops kaum Verwendung findet.

Fazit

Meinem Eindruck nach gibt es keinen Best Practise, sondern verschiedene Methoden, die je nach Anzahl der verschiedenen Produkte und der aktuellen Sortimentsbreite mehr oder weniger passende Lösungen darstellen. Während sich bei wenigen Produkten oder vielen sehr unterschiedlichen Produkten die Verwendung von Gesamtübersichten anbietet, scheinen Shops mit tiefem Sortiment häufig auf eine Deindexierung von Seite 2 und folgenden zurückzugreifen.

 

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