Blog

10 praktische SEO-Tipps für Ihr Unternehmen

mit denen Sie für 2018 gerüstet sind

Onpage, Offpage, Rankings, Crawler, Robots - damit sich auch Neueinsteiger im SEO-Dschungel zurechtfinden, haben wir diesen Leitfaden über SEO-Basics für Ihr Unternehmen zusammengestellt: mit zehn sofort anwendbaren Tipps und ohne Fachchinesisch.

SEO - was ist das?

SEO steht für Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization) und bezeichnet eine Branche des Online-Marketings, die sich mit der Verbesserung von organischen (d.h. nicht bezahlten) Rankings von Websites in Suchmaschinen - üblicherweise Google - beschäftigt. Diese Optimierung ist für kommerzielle Seiten extrem wichtig, denn ein besseres Ranking online bedeutet im Normalfall mehr Besucher auf Ihrer Website - und das ist meistens gut fürs Geschäft.

Um Ihnen den Einstieg zu erleichtern und Ihre Website bereits grundlegend zu optimieren, zeigen wir Ihnen im Folgenden bewährte Basics auf, die Sie selbstständig umsetzen können. Wir starten mit dem generellen Check-Up Ihrer Seite und weisen auf einige technische Grundlagen hin. Danach geben wir Ihnen einige Tipps zur Strukturierung Ihrer Website sowie zur Erstellung eines funktionierenden Keywordsets und guter Inhalte, damit Ihre Zielgruppe findet, wonach sie sucht. Danach konzentrieren wir uns auf die Optimierung eines kleinen, aber sehr wichtigen Elementes: dem Snippet, das auf den Suchergebnisseiten ausgespielt wird.

(Unseres hat Ihnen ja offensichtlich so gut gefallen, dass Sie darauf geklickt haben, oder?)

Den Abschluss bilden einige Ratschläge zu Links von anderen Seiten (Backlinks) und wie Sie zwielichtige SEO-Angebote erkennen können.

#1 Grundlegender Check-Up

Erfassen Sie idealerweise zunächst den aktuellen Stand der Dinge. Starten Sie dazu mit einer site-Abfrage Ihrer Domain, indem Sie bei der Eingabe Ihrer URL in die Google Suche einfach "www." durch "site:" austauschen:

site-Abfrage von mindshape.de

Sie gelangen auf eine Suchergebnisseite (Search Engine Results Page, SERP), die den ungefähren Indexierungsstand Ihrer Domain bei Google widerspiegelt. Klicken Sie sich ruhig durch ein paar Seiten. Fällt Ihnen etwas Besonderes auf? Wie sehen die Titel und die Kurzbeschreibungen aus? Schauen Sie auch in die Tabs "Bilder" und "News" und prüfen Sie, welche Inhalte Google zurzeit indexiert hat.

Darüber hinaus lohnt auch ein Blick in die Google Search Console (GSC, ehemals Google Webmaster Tools). Legen Sie unbedingt ein Konto an, sofern Sie noch keines haben! Mit diesem kostenlosen Tool können Sie bereits viel über die Performanz und die Darstellung Ihrer Website in den Suchergebnissen lernen, unter anderem:

  • Unter Suchanfragen → Suchanalyse, über welche Suchanfragen Nutzer auf Ihre Website gelangt sind
  • Unter Crawling → Crawling-Statistiken, wie oft der Googlebot Ihre Website durchforstet ("gecrawlt") hat
  • Unter Crawling → Crawling-Fehler, welche URLs Ihrer Seite nicht gefunden wurden oder einen Fehler zurückgegeben haben
  • Unter Darstellung in der Suche → HTML-Verbesserungen, welche Titel und Beschreibungen auf Ihrer Website doppelt vorkommen oder fehlerhaft sind

Aber Vorsicht: Die GSC speichert immer nur die Daten der letzten 90 Tage (in der nun ausrollenden Beta-Version werden aber bis zu 16 Monate möglich sein) und neue Daten haben eine Verzögerung von drei Tagen. Beachten Sie das, wenn Sie Änderungen vornehmen und geben Sie dem Tool etwas Zeit.

#2 Technische Einrichtung

Es gibt eine Reihe an technischen Einstellungen, die den Besuch Ihrer Website sowohl für Nutzer als auch für Suchmaschinen verbessern. Für deren Umsetzung müssen Sie in den meisten Fällen auch kein Programmierer sein:

Ladezeit - schneller ist besser

Den Beginn macht die Ladezeit - ein wichtiger Optimierungsfaktor, an dem sehr viele Websites noch arbeiten können. Anders als noch zu Zeiten der 28,8K-Modems ist es heutzutage extrem wichtig, dass sich eine Website schnell und flüssig aufbaut. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Nutzer zurück zu den Suchergebnissen springen und einfach zur Konkurrenz gehen. Glücklicherweise stellt Google selbst ein Tool bereit, dass die Ladezeit-Performance Ihrer Website analysiert und konkrete Verbesserungsvorschläge liefert: Google PageSpeed Insights.

In Bezug auf die Ladezeit gibt es dabei einige typische Baustellen, an denen Sie sofort arbeiten können: 

  1. Laden Sie Bilder nur in der Größe hoch, in der sie benötigt werden. Halten Sie die Dateigrößen schlank, dann wirkt sich das positiv auf die Ladezeit aus.
  2. Falls Sie Videos einbinden möchten, beschränken Sie sich idealerweise auf ein einzelnes Video mit nicht zu langer Laufzeit. Videos sind sehr datenintensiv, da sie beim Seitenaufbau komplett geladen werden.
  3. Bleiben Sie ökonomisch in der Verwendung von Plug-Ins oder Features auf Ihrer Website. Sie sind in den meisten Fällen hilfreich, aber wenn Sie es übertreiben, kann das die Ladezeit Ihrer Website erheblich beeinträchtigen - vor allem, wenn Sie z.B. Google Maps-Karten seitenweit im Footer Ihrer Website platzieren oder auf einem Wordpress-System Dutzende Plug-Ins installieren.
  4. Vermeiden Sie unnötige Weiterleitungsketten auf Ihrer Website. Diese können Sie beispielsweise über die kostenlose Version des Screaming Frog SEO Spider entdecken (damit können Sie bis zu 500 URLs prüfen) und anschließend von Ihrer Webagentur beheben lassen.
Weiterleitungsketten sind schlecht für die Ladezeit - und den Nutzer

Eine gute Ladezeit ist immer "so schnell wie möglich", einen pauschalen Wert gibt es da nicht. Sollte Ihre Website aber 4-5 Sekunden oder mehr für den Aufbau benötigen, sollten Sie die Ladezeit auf jeden Fall optimieren.

 

HTTPS – eine sichere Sache

Eine HTTPS-Verbindung ist mittlerweile nicht nur Standard, sondern laut Google sogar ein richtiger (wenn auch sehr kleiner) Ranking-Faktor. Diesen Standard erkennen Sie meisten daran, dass die URL Ihrer Website in der Suchleiste mit "https://" beginnt. Darüber hinaus sehen Sie - wie hier im Falle des Chrome-Browsers - neben der Adresszeile das Symbol eines grünen, geschlossenen Bügelschlosses.

Der Vorteil: HTTPS-verschlüsselte Websites müssen sich vor dem eigentlichen Austausch von Daten identifizieren und bauen dann eine verschlüsselte Verbindung zwischen dem Server und Ihrem Browser auf. Die ist nicht nur sicherer, sondern mit den richtigen Einstellungen auch etwas schneller. Sofern Sie also noch mit dem alten Protokoll unterwegs sind, sollten Sie die Umstellung auf HTTPS abwägen.

 

Raten Sie noch oder erfassen Sie schon?

Raten Sie noch oder erfassen Sie schon? Wenn Sie Ihre Besucher richtig kennenlernen wollen, sollten Sie deren Verhalten auf Ihrer Website unbedingt erfassen. Wir raten in diesem Fall zu Google Analytics. Falls Sie dort bereits einen Account besitzen und das Tracking auf Ihrer Website eingebunden haben, können Sie auf allerlei verwertbare Daten wie besuchte Seiten und Verweildauern zurückgreifen und sie analysieren.

Die Vorteile eines gut eingerichteten Trackings sind nicht zu unterschätzen. Sofern Sie das Nutzerverhalten auf Ihrer Seite derzeit also noch nicht nachverfolgen, sollten Sie es dringend nachholen! Informieren Sie Ihre Besucher aber in diesem Fall unbedingt in Ihrer Datenschutzerklärung, dass Ihr Verhalten erfasst wird. Bei der Einrichtung des Trackings auf in Deutschland betriebenen Seiten sollten Sie zudem unsere Hinweise zum datenschutzkonformen Einsatz von Google Analytics beachten.

Daten aus Google Analytics auswerten

#3 Indexierungsfähigkeit

Damit Ihre Webseite besser in Google gefunden wird, sollten Sie prüfen, ob der Crawler überhaupt auf Ihre Website zugreifen kann. Denn was er nicht besuchen darf, kann er auch nicht indexieren. Dafür ist die robots.txt zuständig. Das ist eine klein(geschrieben)e Textdatei, die der Crawler schon vor dem eigentlichen Aufruf Ihrer Website ausliest. Prüfen Sie, ob Sie eine robots.txt haben und ob der Crawler von dort Anweisungen erhält. Sie finden Sie immer unter folgender URL:

www.IhreDomain.de/robots.txt

Eine einfache robots.txt könnte dabei so aussehen:

eine einfache robots.txt-Datei

"User-agent" definiert, welche Roboter angesprochen werden sollen - in diesem Fall steht das * für "alle". Der Befehl "Disallow: /typo3/" sagt, dass Roboter auf Ihrer Website nicht die Login-Seite Ihres TYPO3 CMS crawlen dürfen. Das entsprechende Gegenstück ist der "Allow:"-Befehl. Damit können Sie einzelne Verzeichnisse und/oder Dateitypen wieder freigeben. Prüfen Sie in der robots.txt daher immer kritisch, welche Verzeichnisse und Dateitypen vom Crawling ausgeschlossen werden - und warum.

Darüber hinaus kann auf der Seite selbst eine Anweisung erfolgen, Inhalte nicht zu indexieren. Diese finden Sie im sogenannten Meta-Robots-Tag mit dem Attribut "noindex":

Meta-Robots-Anweisung zum Verhindern der Indexierung

Prüfen Sie daher für wichtige Seiten, ob diese von der Indexierung ausgeschlossen sind. Am einfachsten geht das über bestimmte Tools (wie den bereits genannten Screaming Frog) oder Browser Plug-Ins (wie zum Beispiel SeeRobots für den Chrome-Browser).

#4 Klicktiefe und Informationsarchitektur

Die richtigen Informationen zu haben ist eine Sache. Dem Nutzer zu helfen, sie zu finden, eine ganz andere. Wichtig sind hier vor allem eine intuitive und flache Informationsarchitektur, trennscharfe Themenabgrenzung (Siloing) und eine durchdachte interne Verlinkung. Oder würden Sie sich geduldig durch eine ungeordnete, verschachtelte Website klicken, bis Sie die gewünschten Informationen finden?

Als Daumenregel hat sich daher etabliert, dass eine Website maximal drei Ebenen tief sein sollte. Aber das alles ist natürlich immer von der Komplexität Ihres Themas abhängig. Große Online-Shops beispielsweise weisen in der Regel aufgrund breiter und tiefer Sortimente mehr als drei Ebenen auf. Dienstleister und Restaurants kommen dagegen häufig mit zwei Ebenen aus.

Beispielhafte Informationsarchitektur mit Silos
Quelle: Erlhofer/Brenner: Website-Konzeption und Relaunch, Rheinwerk; modifiziert

Wichtig ist dabei eine gute thematische Strukturierung. Ordnen Sie dazu die Inhalte Ihrer Website in thematische Blöcke, die sich möglichst gut voneinander abgrenzen. Danach sammeln Sie alle Produkte bzw. Unterseiten, die zusammengehören, im entsprechenden Thema (die oben gezeigten "Silos") und verlinken sie angemessen untereinander. So erleichtern Sie die Navigation für Ihre Nutzer erheblich.

Apropos "untereinander verlinken": Die interne Verlinkung ist ein wichtiges SEO-Instrument. Einerseits signalisieren Sie damit Relevanz für verschiedene Unterseiten, andererseits helfen Sie dem Crawler dabei, Ihre Website vollständig zu erfassen. Achten Sie aber auf jeden Fall darauf, dass Sie die Links in ein thematisch passendes Umfeld setzen und nicht willkürlich verlinken.

#5 Userfokus: Der Nutzer ist König

Der Userfokus ist einer der wichtigsten Garanten für ein gutes Ranking, denn Google möchte immer die richtigen (relevanten) Ergebnisse für jede Suchanfrage anzeigen. Deshalb werden Nutzersignale für das Ranking immer wichtiger. Sind Ihre Besucher unzufrieden, dann kostet Sie das früher oder später wertvolle Plätze. Richten Sie alle Inhalte Ihrer Website daher stets an Ihrer Zielgruppe und deren Bedürfnissen aus.

Das fängt schon bei der Sprache an: Formulieren Sie Ihre Inhalte so, dass auch ein Laie sie versteht. Denn auch bei komplexeren Angeboten sind es häufig keine Fachkräfte, sondern Assistenzen und Werkstudenten, die die erste Vorauswahl für Entscheider anfertigen. Sie sollten nicht mit Fachjargon und komplexen Darstellungen um sich werfen, sondern Ihre Besucher gekonnt abholen. Nutzen Sie dazu eine klare, präzise und vor allem einheitliche Sprache.

Mobilfreundlichkeit

Zudem wird es immer wichtiger, auf welchem Gerät Ihre Zielgruppe Ihre Website besucht. Tablets und Smartphones ermöglichen einen mobilen Zugriff mit ganz eigenen Anforderungen an die Website in Bezug auf Darstellung und Navigation. Diese Anpassungsfähigkeit bezeichnet man als Responsive Design.

Prüfen Sie, ob Ihre Website auch für mobile Darstellungen geeignet ist. Am einfachsten geht das natürlich, wenn Sie sie mit Ihrem Smartphone aufrufen. Am PC können Sie auch das Browserfenster zusammenschieben oder mit dem Chrome-Browser per Rechtsklick → Untersuchen (oder F12) die Web Developer Tools aufrufen. Über das kleine Anzeigen-Symbol (auch erreichbar über Ctrl+Shift+M) in der oberen linken Ecke können Sie dann verschiedene Größen testen.

Wenn Sie Probleme mit der mobilen Navigation oder Funktionalität entdecken, sollten Sie handeln. Immer mehr Menschen nutzen überwiegend das Smartphone. Auch Google hat bereits angekündigt, dass sie früher oder später Websites bevorzugen werden, die eine gute mobile Darstellung haben.

#6 Keywords: die richtigen Zauberwörter

Für welche Suchbegriffe möchten Sie gefunden werden? Und welche Suchbegriffe nutzt Ihre Zielgruppe? Bei solchen Keywords unterscheidet man generell zwischen shorttail-Keywords, die nur aus einem einzelnen Suchbegriff bestehen, und longtail-Keywords, die eine längerere bzw. detailliertere Suchanfrage darstellen. Ein weiterer Faktor ist, ob Sie auf Ihrer Website etwas verkaufen (also sogenannte transaktionale Keywords bedienen), oder nur Informationen bereitstellen (und damit informationale Keywords bedienen). All das hat Auswirkungen auf das zu erwartende monatliche Suchvolumen und den Wettbewerb.

Über die praktische Funktion Mithilfe einer Wortgruppe, einer Website oder einer Kategorie nach neuen Keywords suchen können Sie für Ihren Suchbegriff auch noch weitere Keywords identifizieren und bequem in einer Excel-Datei herunterladen. Aber Achtung - Keyword-Tools kennen das Markenrecht nicht - so schlägt AdWords zum Beispiel auch Markenbegriffe der Konkurrenz vor - diese sind natürlich auszulassen. (Siehe hierzu: AdWords Konkurrenz-Keywords)

Verhältnis von short- und longtail-Keywords
Verhältnis von short- und longtail-Keywords zu monatlichem Suchvolumen. Quelle: https://moz.com/blog/illustrating-the-long-tail

Ein grundlegendes Set an Keywords können Sie durch einfaches Brainstorming erstellen. Schreiben Sie alle Begriffe und Begriffskombinationen auf, die Ihnen zu Ihrem Produkt auffallen - Sie sind der Experte! Mergewords hilft Ihnen bei der Erstellung zusammengesetzter Keywords. Ob die Begriffe bei Google gesucht werden, können Sie - sofern Sie ein AdWords-Konto besitzen - mit dem KeywordPlanner herausfinden. Über die praktische Funktion Mithilfe einer Wortgruppe, einer Website oder einer Kategorie nach neuen Keywords suchen können Sie für Ihren Suchbegriff auch noch weitere Keywords identifizieren und bequem in einer Excel-Datei herunterladen.

Für YouTube ist bei der Recherche eine andere Herangehensweise nötig, wie Sie in unserer Anleitung zur Youtube Keyword-Analyse nachschlagen können.

Mit dem Google Keyword Planner neue Keywords finden

Kostenlose Tools zur Anreicherung Ihrer Keyword-Liste, vor allem im longtail-Bereich, sind beispielsweise Hypersuggest und Answer the Public. Beide liefern Ihnen auch Fragen zum von Ihnen eingegebenen Suchbegriff, aus denen Sie sich gut bedienen können.

Angeblich sind 15 Prozent aller Suchanfragen täglich vorher noch nie eingegeben worden. Die Möglichkeiten sind schier unendlich!

Nachdem Sie eine Liste an Keywords generiert haben, müssen Sie sie thematisch gruppieren, priorisieren und einzelnen Landingpages Ihrer Website zuweisen. Ihre Liste ist ein lebendiges Dokument und kann auch in diesem Rahmen noch weiter wachsen. Den ganzen Prozess bezeichnet man als Keyword-Mapping. Dabei ist es sehr wichtig, dass ein Keyword niemals mehreren Seiten gleichzeitig zugewiesen wird - sonst steigt die Gefahr der Keyword-Kannibalisierung: Dann tauchen zwei oder mehr Seiten Ihrer Website in den Suchergebnissen zu einem bestimmten Keyword auf. Was erst einmal positiv und nach mehr Aufmerksamkeit klingt, ist ein klares Anzeichen von Google, dass es sich nicht entscheiden kann, welche die relevantere ist - und im Zweifelsfall sinkt dann die Platzierung beider Seiten.

Pflegen Sie die Suchbegriffe dann an passenden Stellen im Content (z.B. in Überschriften) ein, ohne es jedoch zu übertreiben. Lesen Sie den fertigen Text laut vor - so vermeiden Sie, dass der Inhalt nachher aufgrund zu häufiger Keyword-Verwendung holprig klingt. Gegebenenfalls müssen Sie mit der Zeit auch neue Sinn-Abschnitte hinzufügen, was wiederum gut für die holistische Betrachtung des Themas ist.

#7 Modebegriff „Holistik“

Der Begriff Holistik leitet sich aus dem griechischen holos für „ganz“ ab. Konkret bedeutet das: Sie müssen ein Thema angemessen ausschöpfen und in seiner Gesamtheit behandeln. Andernfalls steigt die Gefahr, früher oder später Opfer eines Google-Pandas zu werden. Dieser Teil des Google-Algorithmus richtet sich gegen Websites mit niedriger Qualität und inhaltlich seichten Texten.

Beispiel für einen algorithmischen Panda-Penalty
Seit Anfang 2016 ist der Panda ein Teil des Kern-Algorithmus - so leicht zu erkennende Abfälle wie hier gibt es durch den Bären seitdem nicht mehr. Bildquelle: SISTRIX Toolbox

Beispiel: Wenn Sie eine Unterseite zum Thema "T-Shirts" konzipieren, gehen Sie nicht nur darauf ein, dass es sich dabei um ein Kleidungsstück handelt. Beantworten Sie darüber hinaus auch Fragen, die Ihre Kunden interessieren: z.B. zu verschiedenen Stoffen, Schnitten, Farben, Ärmellängen, unterschiedlichen Stilen und verschiedenen Marken. Nutzen Sie Größentabellen und Vorschläge zur Kombination mit anderen Kleidungsstücken. Vielleicht sind auch noch Bügeltechniken oder Faltmethoden zur knitterfreien Aufbewahrung interessant? Sie merken schon, worauf es hinaus läuft.

Ihre Keyword-Recherche sollte Ihnen bereits einen guten Überblick über die Spannweite des Themas gegeben haben. Unterteilen Sie den Text nun in sinnvolle Abschnitte, die Sie mit einer informativen Überschrift ausstatten, und runden Sie ihn mit anschaulichem Bildmaterial ab. Damit die Inhalte gut erfasst werden können, helfen gegebenenfalls Tabellendarstellungen, Auflistungen und Infoboxen. Schon haben Sie das Thema ein ganzes Stück holistischer gestaltet und die Seite bietet für Ihre Besucher einen konkreten Mehrwert.

#8 Snippet-Optimierung: Title und Description ansprechend gestalten

Das Snippet (Vorschau-Text) wird in den organischen Suchergebnissen ausgespielt und bewirbt Ihre Webseite. Es besteht aus einem Titel (Title), der URL und zwei Zeilen beschreibendem Text (Description) und sollte sorgfältig optimiert werden. Grundsätzlich gilt dabei: Überzeugen Sie! - Versprechen Sie allerdings nichts, was Sie nicht auch halten können.

Sowohl Title als auch Description müssen die Inhalte der Landingpage so genau wie möglich darstellen. Dafür haben Sie aber nicht unbegrenzt Platz. Zum Glück gibt es diverse Tools, um die Länge zu testen, zum Beispiel den Snippet-Optimizer auf coseed.de.

Was macht ein gutes Snippet aus?

Der Title ist der prominenteste Teil des Snippets. Integrieren Sie das Haupt-Keyword der Unterseite und nutzen sie beispielsweise...

...Zahlen "Thermomix: 10 gute Gründe für das Küchenwunder"
...Fragen "US-Wahlen: Das Ende der Demokratie?"
...oder Aufforderungen "Winterreifen: jetzt bestellen und sparen!"

um Suchmaschinennutzer zum Klick auf das Ergebnis zu motivieren. Platzieren Sie nach Möglichkeit auch ein Brand-Suffix (" | mindshape") hinter den Titel, sofern der Platz ausreicht. Das hilft bei der Markenbildung.

Auch Ihre URL sollte den Seiteninhalt widerspiegeln. Setzen Sie dazu sprechende URLs ein: "/kleidung/tshirts.html" ist viel ansprechender und transparenter als "/index.php?id=32".

Gute Descriptions stellen in wenigen Punkten den Inhalt und die Alleinstellungsmerkmale (Unique Selling Propositions, USP) Ihrer Landingpage dar. Was erwartet den Nutzer auf der Seite und welchen Vorteil hat er dadurch? Platzieren Sie zum Abschluss immer eine Handlungsaufforderung wie z.B. "jetzt informieren!" oder "mehr erfahren!", um Nutzer aus der Passivität hervorzulocken.

Doch Vorsicht - in manchen Fällen nutzt Google nicht die von Ihnen hinterlegten Meta-Daten, um das Snippet zu generieren. Das ist ein Zeichen dafür, dass sie nicht zur Suchanfrage passen. Überprüfen Sie in diesem Fall, ob das Snippet, die Suchintention der Nutzer und die Seiteninhalte miteinander harmonieren und passen Sie diese gegebenenfalls erneut an.

#9 Backlinks

Schon von Beginn an waren Backlinks einer der wichtigsten Faktoren für ein gutes Ranking bei Google. Die Logik dahinter war einfach: Eine Website wird wiederholt zu einem bestimmten Begriff verlinkt, also muss diese Website dazu sehr gute oder wichtige Informationen zu dem Thema enthalten.

Heute ist die sogenannte Offpage-Optimierung (im Gegensatz zur Onpage-Optimierung, die ausschließlich auf Ihrer Website stattfindet) sehr viel komplexer. Neben der Quantität spielt Qualität eine immer größere Rolle. Eine Website, der Google nicht vertraut, kann dann über Links auch kein Vertrauen an eine andere Seite weitergeben. Lassen Sie also die Finger von zwielichtigen Linkbuilding-Angeboten. Google hat einen starken Fokus darauf gelegt, minderwertige und künstlich forcierte Links zu entdecken. Schnell und günstig gekaufte oder erstellte Links werden heutzutage im besten Fall durch den Teil des Google-Algorithmus, der allgemein als Pinguin bezeichnet wird, einfach ignoriert. In schwerwiegenderen Fällen kann ein minderwertiges Backlinkprofil aber auch zu richtigen Abstrafungen durch Google aufgrund von manuellen Maßnahmen führen. Aus diesem Grund lohnt es sich nur noch, auf Synergie-Effekte durch andere Marketing-Kanäle für die Akquisition von Links zu setzen: Seien Sie z. B. in der lokalen Presse über Interviews präsent, bieten Sie Inhalte an, die Menschen gern in Blogs teilen oder engagieren Sie sich als Sponsor oder Kooperationspartner.

algorithmische Pinguin-Penalty
Auch der Pinguin ist mittlerweile Teil von Googles Kern-Algorithmus. So deutlich wie hier sind die Konsequenzen durch den antarktischen Vogel daher nicht mehr zu sehen. Bildquelle: SISTRIX Toolbox

Um potentiell schädliche Links zu Ihrer Website zu ermitteln, haben wir eine schnelle Checkliste für die Backlink-Analyse für Sie erstellt.

#10 Finger weg von Blackhat-Methoden

Es gibt allerlei angebliche SEO-Experten, die in zwielichtigen Angeboten sofort massive Ranking-Erfolge garantieren. Unser Tipp: Lassen Sie die Finger davon. Oder würden Sie in anderen Bereichen des Lebens auf etwas vertrauen, dass für wenig Geld zu viel verspricht?

Viele der dabei angewandten Methoden werden generell als Blackhat-SEO bezeichnet und schaden Ihrer Website auf lange Sicht. Darunter fallen Methoden, die in manchen Fällen vielleicht kurzfristige Erfolge bescheren, dann aber von Google massiv abgestraft werden - bis hin zur kompletten Entfernung Ihrer Website aus der Google Suche. Zudem sind nicht alle Blackhat-Methoden mit den deutschen Gesetzen vereinbar: Das Setzen von Links mit kommerzieller Absicht ohne entsprechende Kennzeichnung als Werbung ist abmahnfähig, andere Blackhat-Techniken nutzen Hacking und automatisierte Bots, um Links ohne das Wissen der Website-Betreiber zu setzen.

Gute SEO und nachhaltige (!) Ranking-Erfolge sind ein Produkt des langfristigen Einsatzes von Zeit, Geld und Leidenschaft, der vor allem eines zum Ziel hat: die Erfahrung für den Nutzer zu verbessern. Glauben Sie einem SEO also nicht, wenn er Ihnen binnen weniger Wochen Top3-Rankings für starke Suchbegriffe verspricht: das kann er nicht.

Fazit

Wie Sie sehen, können Sie in den meisten Fällen auch selbst schon viel für die SEO Ihrer Website tun. Wir hoffen, dass unsere Tipps und Sofort-Maßnahmen Ihnen die Navigation im SEO-Dschungel nun erleichtern konnten. Denn letztlich kommt es auf das hinaus, was hier an mehreren Stellen bereits genannt wurde: Optimieren Sie Ihre Seite immer für Ihre Zielgruppe, nicht (nur) für Google, Bing oder eine andere Suchmaschine. Denn wenn der Nutzer mit Ihrer Website zufrieden ist, werden die Suchmaschinen das auch belohnen.

Sollten Sie nach dieser Erst-Optimierung auf Herausforderungen stoßen, die zu komplex oder aufwändig sind, können Sie diese übrigens mit uns in einem kostenlosen Erstberatungsgespräch ansprechen.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie gerne.